
Der Debattierclub der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg trifft sich jeden Dienstag um Punkt 20 Uhr in Hörsaal 1108 zu Rededuellen im Stile parlamentarischer Debatten. Gegenstand der Debatten sind allgemein- und tagespolitische Themen, die eine Woche vor der Debatte per Aushang bekannt gegeben werden. In den Debatten stehen sich Regierung (Pro-Fraktion) und Opposition (Contra-Fraktion) gegenüber. Aufgabe der Regierung ist es, einen Antrag zu stellen, in welchem sie ihre politischen Forderungen darlegt. Diesen Antrag hat die Opposition anzugreifen, indem sie ihn argumentativ torpediert und etwaige Ungereimtheiten und Widersprüche aufzeigt. Die Redner der beiden Fraktionen reden abwechselnd und nehmen dabei aufeinander Bezug. Aber: Der Debattierclub ist nichts für Gesinnungsfanatiker. Die zu vertretene Position wird erst fünfzehn Minuten vor der Debatte ausgelost und bekannt gegeben. Deshalb ist es für eine Teilnahme als Redner auch nicht notwendig, das zu diskutierende Thema in der Sache komplett durchdrungen zu haben. Im Vordergrund stehen nicht nur die Sachargumente als solche, sondern auch und vor allem die Art und Weise des Vortrags, namentlich die Verwendung rhetorischer Mittel, die Gestik und die Mimik. Es geht also darum, einen bereits weitestgehend vordefinierten Standpunkt mit minimaler Vorbereitungszeit überzeugend zu vertreten. Insoweit ist der Debattierclub in der Tat etwas "für alle und jeden" - zumindest aber für jeden Studenten. Denn gerade im Studium ist man immer wieder mit der Situation konfrontiert, sich als Redner "verkaufen zu müssen", sei es im Rahmen eines Referats, einer mündlichen Prüfung oder auch nur im nächsten Streit mit dem Freund oder der Freundin. Alle, die Spaß an der deutschen Sprache, rhetorischen Figuren und allgemeinpolitischen Diskussionen haben, sind daher herzlich in Ihrem eigenen Interesse zu den wöchentlichen Debatten als Redner oder Zuhörer eingeladen. Übrigens: Der erste (aus Gründen der Tradition nach wie vor ausgeschenkte) Portwein ist kostenlos. Spätestens das sollte jeden Interessierten überzeugen. Zu sachlich? Ein polemisches Plädoyer für den Debattierclub |